Exchange Server Check
Exchange-Build der eigenen OWA-URL gegen Microsofts Build-Liste prüfen.
Ein on-premises Exchange-Server verrät auf seiner öffentlichen OWA-Login-Seite (Outlook Web App) unfreiwillig seinen genauen Build, und veraltete Builds enthalten fast immer bekannte, aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken. Dieser Check ruft die von dir eingegebene OWA-URL einmal anonym auf und beantwortet die Frage, ob dieser Server auf dem aktuellen Update-Stand ist, ohne Anmeldung und ohne Scan-Verhalten.
Was dieses Werkzeug prüft
Der Pfad ist fest auf /owa eingeschränkt, es ist kein allgemeiner URL-Abruf. Aus einer einzigen Antwort werden abgeleitet: der exakte Build aus den Asset-Pfaden der Login-Seite (/owa/auth/<build>/…) und ergänzend aus dem X-OWA-Version-Header (über alle Redirect-Hops zusammengeführt), das TLS-Zertifikat, die angebotenen Auth-Verfahren (WWW-Authenticate: Basic Auth ist unverschlüsselt und sollte aus sein), ein interner Servername aus X-FEServer oder X-BEServer, der HSTS-Zustand und ob Klartext-HTTP auf Port 80 noch offen ist oder sauber umleitet. Zusätzlich wird eine feste Liste weiterer Exchange-Pfade auf demselben Host geprüft (ECP, PowerShell, ActiveSync, EWS, OAB, RPC, MAPI, Autodiscover), höchstens vier gleichzeitig.
Das Ergebnis lesen
Der Build wird gegen Microsofts gebündelte Build-Tabelle abgeglichen: aktuell (grün) oder wie viele Updates zurück (Warnung, mit einem Verweis auf Microsofts Security Update Guide, bewusst ohne CVE-Zuordnung). Eine nicht mehr unterstützte Produktfamilie (Exchange 2013/2016/2019 nach Supportende) ist ein Fehler. Bei den weiteren Pfaden gilt: direkt erreichbares ECP oder PowerShell ist ein Fehler (Admin- und Skriptzugriff), die übrigen Pfade sind bei direkter Erreichbarkeit eine Warnung, aber nicht automatisch falsch, ActiveSync und EWS sind für mobile Geräte oft absichtlich offen. Wird gar kein Exchange-Signal gefunden, erscheint das ganz oben als Hinweis.
Grundlagen
Exchange und OWA sind ein Microsoft-Produkt, kein RFC-Protokoll. Herangezogen werden Microsofts offizielle Build-Nummern und Support-Zeiträume. Für die Transport- und Härtungsprüfung gelten die üblichen Web-Standards: X.509 nach RFC 5280, TLS nach RFC 8446, HTTP Strict Transport Security nach RFC 6797. Ein Überblick über Exchange-Versionen, Support-Zeiträume und Migrationsleitfäden steht im Artikel Exchange Versionen auf frankysweb.de.
Typische Fehlerbilder und wie man sie behebt
- Build liegt mehrere Updates zurück. Das jeweils aktuelle Cumulative Update und danach das neueste Sicherheitsupdate einspielen. Exchange kennt keine Teil-Patches: nur der volle CU- plus SU-Stand gilt als abgesichert.
- Produktfamilie ohne Support. Exchange 2013, 2016 und 2019 erhalten nach ihrem jeweiligen Supportende keine Sicherheitsupdates mehr. Auf Exchange Subscription Edition oder Exchange Online migrieren.
- Basic Auth noch aktiv. Das
WWW-Authenticate: Basicüberträgt Zugangsdaten Base64-kodiert, also praktisch im Klartext. Auf moderne Verfahren umstellen und Basic Auth für die betroffenen virtuellen Verzeichnisse deaktivieren. - ECP oder PowerShell direkt erreichbar. Diese Pfade gehören hinter eine Vor-Authentifizierung (Reverse-Proxy, Conditional Access) oder ins interne Netz, nicht offen ins Internet. Häufig hängt nur
/owahinter dem Schutz und die übrigen vDirs sind direkt erreichbar. - Klartext-HTTP offen oder kein HSTS. Port 80 sauber per 301 auf https umleiten und einen
Strict-Transport-Security-Header mit ausreichendermax-agesetzen.
Häufige Fragen
- Woher kenne ich die OWA-URL meines Servers?
- Die Adresse, mit der sich Nutzer im Browser bei Outlook Web App anmelden, meist in der Form https://mail.beispiel.de/owa. Es reicht auch der bloße Hostname (mail.beispiel.de), https:// und /owa werden automatisch ergänzt.
- Wie ermittle ich die Exchange-Version von außen?
- Über die OWA-Login-Seite: Exchange legt seine Build-Nummer in die Pfade der statischen Assets (/owa/auth/<build>/...) und oft in den X-OWA-Version-Header. Dieser Check liest beides aus und ordnet den Build der Version und dem Update-Stand zu.
- Braucht das Werkzeug einen Benutzernamen oder ein Passwort?
- Nein. Es ruft nur die öffentliche Login-Seite und eine feste Liste bekannter Pfade auf, ganz ohne Anmeldeversuch.
- Warum wird keine konkrete Sicherheitslücke genannt?
- Eine verlässliche CVE-Zuordnung bräuchte eine dauerhaft gepflegte Liste. Dieses Werkzeug zeigt nur, ob und wie weit ein Update fehlt; die Details liefert Microsofts eigener Security Update Guide.
- Funktioniert das auch mit Exchange Online (Microsoft 365)?
- Exchange Online hat keinen Build zum Ermitteln, Microsoft patcht selbst. Das Werkzeug erkennt das und führt keinen Update-Abgleich durch.
- Was bedeutet es, wenn ECP oder PowerShell 'direkt erreichbar' sind?
- Diese Pfade erlauben Admin- bzw. Skriptzugriff auf Exchange. Antworten sie direkt von Exchange statt über einen vorgeschalteten Schutz, ist das unabhängig von der Absicherung anderer Pfade ein eigenständiges Risiko.